Direkt zum Inhalt
Dunkle Wolken über Georgien

Dunkle Wolken über Georgien Das Parlament hält unbeirrt am russisch-homophoben Vorbild fest

ms - 10.04.2025 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Die Regierung in Georgien hält weiter an ihrem homophoben Kurs fest – nach einem Gesetzespaket gegen die „LGBT-Propaganda“ sowie einem Komplettverbot aller Pride-Demonstrationen sollen nun ganz nach russischem Vorbild auch alle Pride Symbole verboten werden.

Die Community wird unsichtbar

Es geht darum, die Sichtbarkeit der Community allumfassend anzugreifen – in den Medien und in der Öffentlichkeit sind LGBTIQ+-Menschen sowieso bereits weitestgehend unsichtbar geworden, nun soll mit dem Verbot aller möglichen Symbole wie dem Regenbogen eine weitere Isolation der Betroffenen vollzogen werden. Georgien macht auch keinen Hehl daraus, sich damit immer weiter dem System Russlands anzubiedern, in dem das Leben von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und queeren Personen nahezu verunmöglicht worden ist. Und die Verantwortlichen scheinen inzwischen auch ganz bewusst in Kauf zu nehmen, damit eine ganze Gruppe von Bürgern immer stärker in den Suizid zu treiben. 

Flucht bleibt unmöglich

Demonstrationen oder Prides wurden in den letzten Jahren immer wieder brutal unterdrückt, zuletzt kam es 2023 zu gewalttätigen Ausschreitungen. Eine Flucht aus dem Land ist für viele LGBTIQ+-Menschen allerdings allein finanziell ebenso zumeist unmöglich, das durchschnittliche Monatseinkommen liegt in Georgien derzeit bei rund 517 Euro. Geoutete Homosexuelle und queere Menschen bekommen, wenn überhaupt, nur minderwertige Jobangebote mit deutlich schlechterer Bezahlung. 

Das Auswärtige Amt in Deutschland warnt mit erhöhter Dringlichkeit vor „gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften“ und rät auch beispielsweise Aktivisten aus dem Ausland von einer Reise ins Land ab – gerade mit Blick auf das Verbot der „Förderung“ von gleichgeschlechtlichen Beziehungen: „Der Begriff ´Förderung´ könnte sehr weit ausgelegt werden, er könnte jede Erwähnung, Weitergabe von Informationen oder Zurschaustellung von LGBTIQ+-Themen umfassen.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nicolás Keenan und Rob Jetten

Gemeinsam gegen Homophobie

Der Verlobte des niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten, Nicolás Keenan, erlebte immer wieder homophobe Attacken von Sportkollegen.
Schwule Spitzen-Turner

Charlie Larson und Sam Phillips

Die zwei offen schwulen Turner Sam Phillips und Charlie Larson haben die NCAA Men’s Gymnastics Championships 2026 sehr erfolgreich bestritten.
Bewegende Aids-Austellung

London gedenkt der Aids-Krise

Die kommende Ausstellung „Tenderness and Rage“ ist derzeit Gesprächsstoff in London; dabei steht die Aids-Epidemie ab den 1980er Jahren im Mittelpunkt
Trumps spirituelle Beraterin

Vergleiche mit Jesus Christus

Donald Trumps spirituelle Beraterin Paula White-Cain hat jetzt erklärt: Ein Nein zu Trump sei wie ein Nein zu Gott, man mache sowas einfach nicht.
Sinkendes Interesse am ESC?

Neue Befragung überrascht

Die Österreicher sind bisher nur teilweise in ESC-Stimmung, so eine aktuelle Befragung. Das gilt natürlich nicht für die Community oder die Wiener...
Prozess gegen US-Pastor

Haftstrafe wegen Missbrauch möglich

US-Pastor Silas H. Shelton hetzte viral immer wieder gegen LGBTIQ+ an Schulen, nun steht er wegen mehrfachem Kindesmissbrauch vor Gericht.
Pride Land in Israel

Größtes LGBTIQ+-Fest im Nahen Osten

Israel plant Anfang Juni das größte, viertägige LGBTIQ+-Festival im Nahen Osten. Am Toten Meer soll eine Pride-Stadt mit vielfältigen Events entstehen
Lesbische Stadt-Bibliothekarin

Erste queere Frau in diesem Amt

Erstmals wird mit Shawn(ta) Smith-Cruz eine lesbische queere Frau Chefin der städtischen Archive und Bibliotheken in New York City.
Urteil vor US-Gericht

Trans* Frauen im Männergefängnis

Ein US-Berufungsgericht hat jetzt bekräftigt, dass trans* Frauen in Männergefängnisse verlegt werden dürfen. Es gelten dabei Einzelfallprüfungen.